Ob die Naziprepper-Gruppe um den Prinzen von Reuß, Hannibal, Nordkreuz, Uniter oder Franco A.: Überall finden wir entwendete aus der Bundeswehr entwendete Waffen und rechte Chatverläufe. Die Bundeswehr ist durchsetzt von Menschen mit rechtsradikalem Gedankengut. Junge Soldat*innen sind hier einem rassistischen und sexistischen Umfeld ausgesetzt und entwickeln in vielen Fällen ein rechtes Weltbild. Die Bundeswehr bietet ein optimales Netzwerk für Radikalisierung, Vorbereitung von faschistischen Umsturzfantasien und der Beschaffung von Waffen für Nazis.
Kasernen umbuddeln
In der Bundeswehr sind laut parlamentarischen Anfragen innerhalb von 8 Jahren mindestens 57.000 Schuss Munition und 75 Sturmgewehre abhanden gekommen. Die bekannt gewordenen Fälle dürften die Spitze des Eisbergens sein: Bei den Ermittlungen gegen die Reuß-Gruppe ließ die Bundesstaatsanwaltschaft mehrmals die Kaserne des KSK in Calw umgraben. Die Bundesstaatsanwaltsschaft hoffte, den Verbleib von massenhaft nach der Abwicklung der NVA unterschlagene Waffen klären zu können.
Haben Nazis die Waffen?
Bei einer Kleinen Anfrage im Bundestag der Grünen zum Thema, ob Rechtsextreme diese Waffen geklaut haben könnten, kam raus: Die genannten Zahlen sind als Verschlusssache („VS – nur für den Dienstgebrauch“) eingestuft. Statt sich dem Problem zu stellen, sagt die Bundesregierung, die Zahlen könnten „einen Vertrauensverlust in die Funktionsfähigkeit der Bundeswehr verursachen“ (…). Durch die Zahlen könne „der nichtzutreffende Schluss gezogen werden“, dass es bei der Bundeswehr ein erhebliches Sicherheitsdefizit gebe, dies könnte bei der „Bevölkerung als Bedrohungspotential“ wahrgenommen werden.
Nazis in der Bundeswehr: Kein neues Problem
Die Bundeswehr wurde 1955 von Wehrmachtsgenerälen gegründet. Alle Berufssoldaten hatten bis zum letzten Tag für Hitler-Deutschland gemordet. Erst 1986 kam ein Oberkommandierender ins Amt, der nicht für den Faschismus gekämpft hatte. Die Ideologie dieser Verbrecher prägt die Bundeswehr bis heute. Denn ihre braune Gründungsgeschichte hat die Bundeswehr nie aufgearbeitet.
Nette Mörder und Faschisten als Vorbild?
Stattdessen stützt sich ihr Traditionsverständnis mit den Attentätern vom 20. Juli bis heute auf die Wehrmacht. Im Geschichtsverständnis der Bundeswehr wird völlig ausgeblendet, dass Stauffenberg selbst überzeugter Nazi war. Erst die sich abzeichnende militärische Niederlage Nazi-Deutschlands machte Stauffenberg zu einem Gegner Hitlers, nicht aber des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen. Der KSK-Soldat „Hannibal“ und seine Nazi-Prepper bezogen sich in Drohbriefen an andere Soldaten explizit auf den Faschisten Stauffenberg. So trägt auch der Stauffenberg-Mythos dazu bei, dass die Traditionspflege der Bundeswehr nach wie vor dafür sorgt, dass Soldat*innen bis heute extrem rechte Weltbilder entwickeln und diese innerhalb der Bundeswehr geduldet werden.
Neuer Traditionserlass macht es noch schlimmer
Erst kürzlich wollte das Kriegsministerium mit einer Erweiterung des Traditionserlasses noch einen drauf setzen. Die Bundeswehr sucht in der Wehrmacht Beispiele „für militärische Exzellenz, Einsatzbereitschaft und den Willen zum Kampf“. Denn für die Bundeswehr sind im Zweiten Weltkrieg gestorbene Wehrmachts-Soldaten „unzweifelhaft Beispiel für soldatische Tugenden wie treues und tapferes Dienen.“ Unauffällige Faschisten und Mörder aus der Wehrmacht sollten deshalb künftig für ihre Leistungen im zweiten Weltkrieg als Vorbilder für die Bundeswehr dienen.
Nach Medienanfragen hat die Bundeswehr diesen Erlass wieder zurückgenommen, weil: »die sich jetzt in der Rückschau so nicht als förderlich herausgestellt haben« so ein Sprecher des Ministeriums.
bevor Du unterschreibst…
Das zeigt: Ohne öffentliche Kontrolle, kritische Medienberichte und Aktionen wie unsere würden die Bundis noch krasser abgehen. Deswegen: Überlegt euch bevor ihr unterschreibt, ob das alles den Soldaten*innensold wert ist.
..weiß ich nich digga
Quellen:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-kriegswaffen-und-munition-wurden-laut-vertraulicher-liste-entwendet-a-1208965.html
https://taz.de/Traditionserlass-bei-der-Bundeswehr/!6028911
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-verteidigungsministerium-zieht-umstrittene-ergaenzungen-zum-traditionserlass-zurueck-a-70f7305a-2484-4c84-8574-cb393d6c8d52
LG